Ein zentrales Treppenhaus erschliesst wechselseitig Laubengänge, die auch als Balkon der Wohnungen und Studios dienen. Diese Anordnung verhindert die Ausbildung einer eigentlichen Rückseite gegen die Strasse, führt aber zu Konflikten mit dem Schall- und Brandschutz: Auf der Strassenseite müsste eine 1.50m hohe Brüstung ausgebildet werden, um den Aussenraum vor Emissionen zu schützen.
Die gleichzeitige Nutzung des Laubengangs als Balkon ist nur mit Restriktionen möglich. Die Mindesttiefe müsste auf 3.20m vergrössert werden: 1.20m Fluchtweg und 2.00m Balkon; die beiden Bereiche müssen unterteilt werden; es sind nur nicht brennbare Möblierungen erlaubt. Unter diesen Prämissen muss das Grundkonzept in Frage gestellt werden.
"Kaktus" setzt auf einen Holzskelettbau, der sich über die kraftvolle Inszenierung der Unterzüge sowohl im Innern wie auch gegen aussen manifestiert. Die konsequent durchkonstruierte Baustruktur führt zu einer auf 25qm-Modulen basierenden Flexibilität. Es wird ein vielfältig kombinierbares Repertoire von Wohnungstypen vorgeschlagen. Das strenge Raster der Module führt aber leider auch zu einem gewissen Schematismus. Es ist schade, dass die Skelettstruktur nicht zu grösseren Freiheiten in der Grundrissgestaltung genutzt wird. Die klare Haltung in der Konstruktion wäre eine Chance gewesen, eine freiere Unterteilung im Inneren zu suchen.
Das Team erreicht mit dem Holzbau die geforderten tiefen Baukosten annähernd. Pro Bewohner können die Wohnungen zu Preisen zwischen 500 (Lofts) und 770 CHF/Mt.(Studios) angeboten werden – ein sehr interessantes Angebot.
Kennzahlen |
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| Anzahl Wohnungen | 31 |
| HNF | 2'167 |
| HNF/GF oberirdisch (Wohnen)* | 0.75 |
| Gesamtkostenprognose BKP 1-5 inkl. MwSt.* in CHF Mio. |
7.2 |
| CHF/m2 HNF BKP 2 inkl. MwSt.* | 3'123 |
* Von GMS Partner AG plausibilisierte und um Honorare und TU Risiko ergänzte Zahlen.