Ein einfaches konstruktives System ermöglicht sowohl 1.5- 2.5- oder 3.5-Zimmerwohnungen, da sich die Wohneinheiten schottenweise in die Breite erweitern lassen. Diese räumlich schnell einlösbare Flexibilität ist vorteilhaft für die langfristige Vermarktbarkeit, obwohl die Jury bei der Nutzbarkeit der grösseren Wohnungen noch Optimierungspotenzial sieht.
Dem Bedürfnis nach Trennung zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit sowie dem Bedürfnis nach hellen Wohnräumen wird mit transluzenten Wänden Rechnung getragen. Grundlage für die Erweiterbarkeit ist die Laubengangerschliessung, deren Nachteil die einseitige Ausrichtung der Wohnungen ist. Skulptural wird das Erdgeschoss die Wohngeschosse und der öffentliche Dachgarten durch eine kaskadenartige Treppenanlage zusammengebunden – eine grosse architektonische Geste.
Das Projekt zeigt, wie stark sich innerhalb des mögliches Gebäudevolumens die Nutzfläche vergrössern und damit die relative Wirtschaftlichkeit verbessern lässt. Diese Ambition zeigt sich auch in den als Mietfläche angedachten, abgegrabenen Untergeschossflächen, die aber leider nicht bewilligungsfähig wären.
Der Entwurf überzeugt durch seinen selbstbewussten und stimmigen Baukörper. Die Materialwahl und der hohen Öffnungsgrad der Fassade – allerdings auch der selbstgewählte, hohe Kleinwohnungsanteil mit entsprechend hohem Installationsaufwand – sorgen eben auch für die vergleichsweise hohen Baukosten, welche den Zielwert deutlich überschreiten, auch wenn die Wettbewerbsjury die Kostenschätzung angesichts der Eingabeunterlagen als zu konservativ gerechnet beurteilt.
Kennzahlen |
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| Anzahl Wohnungen | 48 |
| HNF | 2'777 |
| HNF/GF oberirdisch (Wohnen)* | 0.76 |
| Gesamtkostenprognose BKP 1-5 inkl. MwSt.* in CHF Mio. |
12.5 |
| CHF/m2 HNF BKP 2 inkl. MwSt.* | 4'034 |
* Von GMS Partner AG plausibilisierte und um Honorare und TU Risiko ergänzte Zahlen.