Der Clou des Vorschlags besteht darin, dass nicht in erster Linie ein Projekt, sondern ein Prozess vorgeschlagen wird. Die Baustruktur bildet das Rückgrat und das mögliche Endresultat des Prozesses, der konsequent die ökologische Suffizienz in den Mittelpunkt stellt. Es wird davon ausgegangen, dass ein Grossteil der Baumaterialien in den abzubrechenden Gebäuden vorhanden ist und wiederverwendet werden kann. In einem ersten Schritt soll das Areal analysiert und auf die Recyclingfägigkeit abgeklopft werden. Ein weiterer wichtiger Gedanke besteht darin, dass die zukünftigen Bewohner unter professioneller Anleitung ihre Wohnungen selber mitgestalten oder gar bauen.
Das vorgeschlagene Modell wurde als sehr wertvoller Beitrag aufgenommen. Es hat aber eine entscheidende Achillesferse: Indem ein partizipativer Prozess und über das Recycling eine Verknüpfung mit dem ganzen Areal vorgeschlagen wird, werden nicht erwünschte Abhängigkeiten generiert. Für das dahinter liegende Hochhaus bildet der Bau H1 eine zwingende Voraussetzung, die zeitgleich oder vorher realisiert werden muss; es darf zu keinen Verzögerungen kommen. Es ist ausserdem unklar, ob die Baumaterialien wirklich rechtzeitig zur Verfügung stehen. Es stellt sich ganz grundsätzlich die Frage, ob die Pensimo für ein derartiges, partizipatives Modell der richtige Bauträger ist.
Daneben wird gegen diverse Vorgaben verstossen: zu hohe Baumasse, der Schallschutz kann auf der Strassenseite nur mit weitgehend verglasten Balkonen erreicht werden, die Doppelnutzung von Laubengang und Balkon ist feuerpolizeilich schwierig. Die Gesamtkosten liegen sehr hoch, weil auch die Aufwendungen für die Prozessbegleitung eingerechnet werden müssen.
Kennzahlen |
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| Anzahl Wohnungen | 33 |
| HNF | 2'598 |
| HNF/GF oberirdisch (Wohnen)* | 0.91 |
| Gesamtkostenprognose BKP 1-5 inkl. MwSt.* in CHF Mio. |
8.9 |
| CHF/m2 HNF BKP 2 inkl. MwSt.* | 3'439 |
* Von GMS Partner AG plausibilisierte und um Honorare und TU Risiko ergänzte Zahlen.